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Neues Abfallwirtschaftskonzept in Kraft


Nach der 2008 beschlossenen und 2009 durchgeführten europaweiten Ausschreibung der Abfallentsorgungsleistungen ist das neue Abfallwirtschaftskonzept am 01.01.2010 in Kraft getreten. Zwei Kernziele des neuen Konzeptes sind, das Gebührenaufkommen für die Bürger trotz steigender Abfallmenge zu senken und eine größere Typengerechtigkeit herzustellen. Beide Ziele werden größtenteils verwirklicht.

Wie der Tabelle zu entnehmen ist, sinken die Gebühren für alle Gefäßgrößen zwischen rund 10 und 20 %.

 GefäßAbfuhrGebühr 2010Gebühr 2009
40 l 14-täglich 83,87 EUR -
60 l 14-täglich 116,71 EUR 129,77 EUR
80 l 14-täglich 149,63 EUR 173,03 EUR
120 l 14-täglich 216,07 EUR 259,55 EUR
240 l 14-täglich 417,06 EUR 519,10 EUR*
770 l wöchentlich 2.623,30 EUR 3.330,89 EUR
1.100 l wöchentlich 3.738,72 EUR 4.758,41 EUR

*war 2009 nicht verfügbar; angegebene Gebühr für 120-l-Gefäß mit wöchtl. Leerung (= identisches Volumen); Quelle: Stadt Pulheim; alle Angaben ohne Gewähr.

Die größere Typengerechtigkeit hat folgenden Hintergrund: Bisher waren Ein- bis Vierpersonenhaushalte gleichgestellt, indem diese als kleinste Einheit die 60-l-Tonne bestellen konnten. Mit der Einführung der 40-l-Tonne werden künftig Ein- bis Zweipersonenhaushalte, die den Abfall sorgfältig trennen und somit mit diesem Restmüllvolumen auskommen, entsprechend ihrer geringeren Abfallmenge auch geringe Gebühren zahlen. Durch die Einführung der kleineren Restmülltonne werden auch die Versorgungsgemeinschaften zwischen benachbarten Grundstücken überflüssig, während diejenigen in Mehrfamilienhäusern natürlich erhalten bleiben.

Eine solche Konstellation macht aber nur Sinn, wenn die Kosten, die unabhängig von Abfallmenge und Tonnenvolumen entstehen, in Form einer Grundgebühr auf alle verteilt werden und das Mindestvolumen geringfügig erhöht wird. Die Grundgebühr ist keine zusätzliche Gebühr, sondern eine integrierte Umlage desjenigen Anteils an den Gesamtkosten, der unabhängig von der konkreten Tonnengröße und des individuellen Restmülls anfällt, z. B. für die Entsorgung von Bio- und Sperrmüll, für die Grünschnitt- und Schadstoffsammlungen oder für das Bereitstellen und Unterhalten von Containerstandorten.

Mit der Erhöhung des Mindestvolumens auf 10 l pro Person liegt die Stadt Pulheim im gesamten Rhein-Erft-Kreis im untersten Bereich.

Durch das neue Konzept wird das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen für die Bürger insgesamt gerechter ausgestaltet, denn bisher haben insbesondere die Mehrfamilienhaushalte die eher grundstücksbezogenen Müllmengen der Einfamilienhäuser wie den Bio-Abfall mitfinanziert. Lediglich für 5-Personen-Haushalte ergibt sich ein Nachteil daraus, dass es derzeit keine 100-l-Tonne gibt und deshalb ein 120-l-Gefäß genommen werden muss. Hier prüft die Verwaltung derzeit, ob eine 100-l-Restmülltonne zu vertretbaren Preisen auf dem Markt zu bekommen ist.