Trassenführung der geplanten L 183n (Grafik: Thomas Römer; Datengrundlage: © OpenStreetMap-Mitwirkende/ODbL)

Westumgehung L 183n


Durch seine Lage nahe der Autobahnauffahrt zur A 57 ist Sinnersdorf stark von Durchgangsverkehr belastet. Vor allem die enge Roggendorfer Straße ist dem hohen Verkehrsaufkommen kaum gewachsen. Schon in den 1960er Jahren wurde die Forderung nach einer Umgehungsstraße laut, um dieser Situation Abhilfe zu schaffen; doch erst in den 1990er Jahren wurden konkrete Schritte zu einer Realisierung unternommen.

roggendorfer-strasse 2004Nadelöhr Roggendorfer StraßeIm Jahre 1998 konnte schließlich die Nordumgehung für den Verkehr freigegeben werden. Sie nimmt den von Stommeln aus zur Autobahn (bzw. in umgekehrter Richtung) führenden Verkehrsstrom auf und hat bereits für eine deutliche Entlastung der Ortsmitte gesorgt.

Um das beabsichtigte Maß an Wirkung zu erzielen, ist jedoch eine Weiterführung der bestehenden Teilumgehung bis zur Pulheimer Straße notwendig, also die durchgängige Verlegung der L 183 aus der Ortsmitte heraus. Einer Prognose zufolge, die Anfang des Jahrtausends für das Jahr 2015 erstellt wurde, sollte die Realisierung dieser Westumgehung (L 183n) die Zahl der Fahrzeuge auf der Roggendorfer Straße noch einmal halbieren können, da der Verkehr zwischen Pulheim und Autobahnauffahrt dann vollständig um Sinnersdorf herum geführt werden würde.

Viele Verzögerungen im Planungsablauf

Das Linienbestimmungsverfahren für die L 183n wurde bereits im Jahre 2004 abgeschlossen – aus drei möglichen Varianten wurde eine Trassenführung ausgewählt. Das 1,1 km lange neue Straßenstück wird über den vorhandenen Kreisel an die Nordumgehung bzw. die Verbindung nach Stommeln (L 93/L 183) und über einen neu zu bauenden Kreisel an die Pulheimer Straße (L 183) angebunden. Nach einer Änderung der ursprünglichen Planung im Jahre 2011 ist die Anbindung der Stommelner Straße (Ortseinfahrt) über einen weiteren Kreisverkehr vorgesehen, was insbesondere den Fahrzeugen der nahe gelegenen Rettungswache zugute kommt, denen so das „Linksabbiegen“ auf die Umgehungsstraße Richtung Pulheim ermöglicht wird.

Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, bereits im Jahr 2007 mit dem Bau der Straße zu beginnen. Die wiederholten Verzögerungen veranlassten die drei Sinnersdorfer CDU-Ratsvertreter, sich in einem offenen Brief an den damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers zu wenden, um ihn um Unterstützung zu bitten – auch im Hinblick auf die weitere Umgestaltung der Ortsmitte, die wesentlich von der Realisierung des Straßenprojektes abhängt.

Tatsächlich war die Westumgehung Sinnersdorf unter der CDU-geführten Landesregierung im Landesstraßenbedarfsplan aus dem Jahre 2007 ein Projekt der Stufe I („Maßnahmen, deren Realisierung bis zum Jahr 2015 abgeschlossen bzw. eingeleitet sein soll“), und auch im 2008 beschlossenen Landesstraßenausbauplan 2007–2011 war sie enthalten.

Trotz Baurecht bleibt der Baubeginn offen

Nach zahlreichen Umplanungen, u. a. aufgrund von Einwendungen seitens der Landwirtschaft, konnte die Bezirksregierung Köln allerdings erst am 15. April 2013 den Planfeststellungsbeschluss erlassen. Damit ist das Vorhaben abschließend genehmigt, und es besteht Baurecht.

Der Termin für einen Baubeginn ist gleichwohl noch offen. In ihrer pdfAntwort auf eine Kleine Anfrage, die die CDU-Landtagsabgeordnete Rita Klöpper auf Betreiben der CDU Sinnersdorf gestellt hatte, machte die (nun wieder rot-grüne) Landesregierung im Mai 2014 keine konkreten Angaben zum Ob und Wann einer Realisierung des Projektes.

Auf eine weitere Kleine Anfrage von Rita Klöpper im Jahr 2015 teilte der zuständige Minister mit, dass die Maßnahme „in die Disposition zur Aufstellung des Landesstraßenbauprogramms 2016 einbezogen“ werde. Die Realisierung hänge aber von den verfügbaren Mitteln für den Straßenbau im Landeshaushalt 2016 ab.

Die Gesamtkosten wurden 2014 mit 2,2 Mio. Euro veranschlagt. Es ist eine Bauzeit von 18–24 Monaten zu erwarten.