Trassenführung der geplanten L 183n (Grafik: Thomas Römer; Datengrundlage: © OpenStreetMap-Mitwirkende/ODbL)

Westumgehung L 183n


Am 8. Mai 2018 starteten die Bauarbeiten für die seit vielen Jahren geplante Umgehungsstraße L 183n um Sinnersdorf. Bis zum Herbst – so die Planung des Landesbetriebs Straßen.NRW – soll das 1,1 km lange neue Straßenstück fertiggestellt werden. Die Straße wird zwischen den zwei Kreisverkehren verlaufen, die bereits 2017 errichtet worden waren. Damit findet ein Projekt seinen Abschluss, auf das die Sinnersdorfer Bevölkerung bereits seit Jahrzehnten sehnlichst wartet.

Nadelöhr Sinnersdorf

Durch seine Lage nahe der Autobahnauffahrt zur A 57 ist Sinnersdorf stark von Durchgangsverkehr belastet. Vor allem die enge Roggendorfer Straße ist dem hohen Verkehrsaufkommen kaum gewachsen. Schon in den 1960er Jahren wurde die Forderung nach einer Umgehungsstraße laut, um dieser Situation Abhilfe zu schaffen; doch erst in den 1990er Jahren wurden konkrete Schritte zu einer Realisierung unternommen.

roggendorfer-strasse 2004Nadelöhr Roggendorfer StraßeIm Jahre 1998 konnte schließlich die Nordumgehung für den Verkehr freigegeben werden. Sie nimmt den Verkehrsstrom zwischen Stommeln und Autobahn auf und hat bereits für eine deutliche Entlastung der Ortsmitte gesorgt. Um das beabsichtigte Maß an Wirkung zu erzielen, ist jedoch eine Weiterführung der bestehenden Teilumgehung bis zur Pulheimer Straße notwendig, also die durchgängige Verlegung der L 183 aus der Ortsmitte heraus.

Viele Verzögerungen im Planungsablauf

Das Linienbestimmungsverfahren für die L 183n wurde bereits im Jahre 2004 abgeschlossen – aus drei möglichen Varianten wurde eine Trassenführung ausgewählt. Das neue Straßenstück sollte über den vorhandenen Kreisel an die Nordumgehung bzw. die Verbindung nach Stommeln (L 93/L 183) und über einen neu zu bauenden Kreisel an die Pulheimer Straße (L 183) angebunden werden. Nach einer Änderung der ursprünglichen Planung im Jahre 2011 wurde die Anbindung der Stommelner Straße (Ortseinfahrt) über einen weiteren Kreisverkehr vorgesehen, was insbesondere den Fahrzeugen der nahe gelegenen Rettungswache zugute kommt, denen so das „Linksabbiegen“ auf die Umgehungsstraße Richtung Pulheim ermöglicht wird.

Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, bereits im Jahr 2007 mit dem Bau der Straße zu beginnen. Die wiederholten Verzögerungen veranlassten die Sinnersdorfer CDU-Ratsvertreter, sich in einem offenen Brief an den damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers zu wenden, um ihn um Unterstützung zu bitten – auch im Hinblick auf die weitere Umgestaltung der Ortsmitte, die wesentlich von der Realisierung des Straßenprojektes abhängt.

Tatsächlich war die Westumgehung Sinnersdorf unter der CDU-geführten Landesregierung im Landesstraßenbedarfsplan aus dem Jahre 2007 ein Projekt der Stufe I („Maßnahmen, deren Realisierung bis zum Jahr 2015 abgeschlossen bzw. eingeleitet sein soll“), und auch im 2008 beschlossenen Landesstraßenausbauplan 2007–2011 war sie enthalten.

Trotz Baurecht blieb der Baubeginn lange offen

Nach zahlreichen Umplanungen, u. a. aufgrund von Einwendungen seitens der Landwirtschaft, konnte die Bezirksregierung Köln allerdings erst am 15. April 2013 den Planfeststellungsbeschluss erlassen. Damit wurde das Vorhaben abschließend genehmigt, und es bestand Baurecht.

Der Termin für einen Baubeginn blieb gleichwohl lange offen. Die damalige CDU-Landtagsabgeordnete Rita Klöpper stellte auf Betreiben der CDU Sinnersdorf wiederholt Kleine Anfragen an die (nun wieder rot-grüne) Landesregierung; die Antworten enthielten aber keine konkreten Angaben, wann mit der Umsetzung zu rechnen sei. Letztlich musste auf die Bereitstellung der Mittel für den Straßenbau gewartet werden. Die Gesamtkosten für Grunderwerb und Bau wurden mit 2,957 Mio. Euro veranschlagt.

Am 26. April 2017, also vier Jahre nach Erlass des Planfeststellungsbeschlusses, erfolgte schließlich der offizielle erste Spatenstich und in der Folge der Bau der beiden neuen Kreisverkehre.