Westumgehung L183n
Nadelöhr Roggendorfer StraßeDurch seine Lage nahe der Autobahnauffahrt zur A57 ist Sinnersdorf stark von Durchgangsverkehr belastet. Vor allem die enge Roggendorfer Straße ist dem hohen Verkehrsaufkommen kaum gewachsen. Schon in den 1960er Jahren wurde die Forderung nach einer Umgehungsstraße laut, um dieser Situation Abhilfe zu schaffen; doch erst in den 1990er Jahren wurden konkrete Schritte zu einer Realisierung unternommen.
Im Jahre 1998 konnte schließlich die Nordumgehung L93n für den Verkehr freigegeben werden. Sie nimmt den von Stommeln aus zur Autobahn (bzw. in umgekehrter Richtung) führenden Verkehrsstrom auf und hat bereits für eine deutliche Entlastung der Ortsmitte gesorgt.
Um das beabsichtigte Maß an Wirkung zu erzielen, ist jedoch eine Weiterführung der bestehenden Teilumgehung bis zur Pulheimer Straße notwendig. Einer Prognose für das Jahr 2015 zufolge, kann die Realisierung dieser Westumgehung (L183n) die Zahl der Fahrzeuge auf der Roggendorfer Straße noch einmal halbieren.
Trassenführung der geplanten L183nDas Linienbestimmungsverfahren für die L183n wurde bereits im Jahre 2004 abgeschlossen - aus drei möglichen Varianten wurde eine Trassenführung ausgewählt. Das 1,1 km lange neue Straßenstück wird über den vorhandenen Kreisel an die Nordumgehung bzw. die Verbindung nach Stommeln (L93/L93n) und über einen neu zu bauenden Kreisel an die Pulheimer Straße (L183) angebunden. Nach einer Änderung der ursprünglichen Planung im Jahre 2011 ist auch die Anbindung der Stommelner Straße nun über einen Kreisverkehr vorgesehen.
Nach dem ursprünglichen Zeitplan hätte bereits im Jahr 2007 mit dem Bau begonnen werden sollen; dies konnte aber nicht eingehalten werden. Die wiederholten Verzögerungen veranlassten die drei Sinnersdorfer CDU-Ratsvertreter, sich in einem offenen Brief an den damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers zu wenden, um ihn um Unterstützung zu bitten - auch im Hinblick auf die weitere Umgestaltung der Ortsmitte, die wesentlich von der Realisierung des Straßenprojektes abhängt.
Tatsächlich ist die Westumgehung Sinnersdorf im Landesstraßenbedarfsplan aus dem Jahre 2007 ein Projekt der Stufe I ("Maßnahmen, deren Realisierung bis zum Jahr 2015 abgeschlossen bzw. eingeleitet sein soll"), im 2008 beschlossenen Landesstraßenausbauplan 2007-2011 ist sie enthalten. Allerdings hat das NRW-Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr nach dem Regierungswechsel in Düsseldorf eine neue Prioritätenliste aller Straßenplanungen aufgestellt. Da diese Liste nicht öffentlich gemacht wurde, ist auch die aktuelle Einstufung der L183n unbekannt.
Hinzu kommt, dass Einwendungen insbesondere der Landwirtschaft im Zuge des Planfeststellungsverfahrens zahlreiche Umplanungen notwendig machten. Das Planungsverfahren ist daher noch nicht abgeschlossen - verbindliches Baurecht besteht bisher nicht. Somit bleibt auch der Zeitpunkt der Realisierung weiterhin unklar.
Es ist eine Bauzeit von 18-24 Monaten zu erwarten.