© Vortexrealm/Wikipedia (Lizenz: CC-BY 3.0)

Weiterhin Widerstand gegen geplante Biogasanlage


Die im Mai 2006 vom Umwelt- und Planungsausschuss beschlossene Besichtigung einer Biogasanlage und die ebenfalls beantragte Bürgerversammlung haben zwischenzeitlich stattgefunden. Beide Veranstaltungen konnten die Vorbehalte der Sinnersdorfer Bevölkerung und der Sinnersdorfer Ratsvertreter aller Parteien gegen den geplanten Standort zwischen Pulheim und Sinnersdorf nicht ausräumen.

Bei der Besichtigung einer Anlage in Euskirchen am 15.08.2006 konnten sich die drei Sinnersdorfer CDU-Ratsherren Siegbert Renner, Leonhard Römer und Marc Saturra selbst einen Eindruck davon verschaffen, welche Geruchsbelästigungen von einer solchen Anlage auch noch in einigen hundert Metern Entfernung ausgehen. Und dabei war die dortige Anlage mit der hier geplanten nicht einmal vergleichbar: In Euskirchen wird überhaupt keine Gülle eingesetzt, hier soll jedenfalls am Anfang der Einsatz von Gülle notwendig sein.

karte biogasDer geplante Standort für die Biogasanlage zwischen Sinnersdorf und PulheimAuch die Bürgerversammlung am 17.08.2006 hat gezeigt, dass es eine Reihe von Befürchtungen gibt, die der Investor RheinEnergie nicht überzeugend widerlegen konnte. So ist nicht nachvollziehbar, warum ein so ortsnaher Standort gewählt werden soll, wenn überhaupt nicht feststeht, ob Wärme und Strom der Anlage für das Hallenbad in Pulheim genutzt werden können. Auch konnte nicht ausgeschlossen werden, dass zu den von der Kläranlage jetzt schon ausgehenden Geruchsbelästigungen dann von der Biogasanlage noch weitere hinzukommen. Schließlich ist die verkehrliche Belastung durch den An- und Abtransport der Einsatzstoffe und der Gärreste nicht abschätzbar.

Vor diesem Hintergrund hat sich in Sinnersdorf eine Bürgerinitiative gebildet, die gegen den vorgesehenen Standort Unterschriften gesammelt und diese Rat und Verwaltung übergeben hat. Auch der NABU Pulheim hat sich gegen den Standort ausgesprochen, da er mitten in der Grünachse zwischen dem Chorbusch, dem Erholungsgebiet Stöckheimer Hof und dem Mediapark in Köln liegt. Dieses Gebiet soll für die im Jahre 2010 unter dem Titel „RegioGrün“ stattfindende Regionale als zusammenhängendes Grün- und Freiraumsystem vernetzt werden.

Da die Thematik noch nicht abschließend beraten ist und die RheinEnergie augrund des geäußerten Widerstandes mittlerweile anscheinend über alternative Standorte nachdenkt, ist dieser für die Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am 23.08.2006 zunächst vorgesehene Tagesordnungspunkt abgesetzt worden.

Auch die CDU Sinnersdorf ist gegen den geplanten Standort der Biogasanlage. Sie wird – gemeinsam mit den Sinnersdorfer Vertretern der übrigen Parteien – alles daran setzen, diesen Standort zu verhindern. Wir werden Sie über die weiteren Entwicklungen informieren.